EINE KLINSCHE UND PRAKTISCHE PERSPEKTIVE

Die Verwendung eines «myopia.care» Protokolls zur Berechnung der Myopie Progression und dessen Nutzen in der Praxis

von Nick DasH: Optometrist, B.Sc. Hons (Optom) MCOptom, Dip SVA. und  Pascal Blaser: Optometrist, M.Sc. in Vision Sciences

Die steigende Anzahl an Kurzsichtigen (Myopen) rund um den Globus ist heute unter Ophthalmologen und Optometristen unbestritten. Mehrere Studien zeigen jetzt schon, besonders regional, einen deutlichen Anstieg an Kurzsichtigen und es wird bis zum Jahre 2050 erwartet, dass die Hälfte der Erdbevölkerung kurzsichtig sein wird.
Dieser wohl nicht umzudrehende Trend hat nicht nur die Konsequenz, dass sich der Bedarf bei Kindern an immer stärker und dicker werdende Brillengläser erhöhen wird, sondern auch, dass ein Ansteigen und signifikantes Risiko von Myopie induzierten Augenerkrankungen im späteren Leben. Diese Entwicklung würde sich natürlich wiederum im Gesundheitssystem negativ auswirken, die Kosten für Behandlungen würden steigen.

Anerkannte Studien zeigen einheitlich, dass eine höhere Myopie ein wichtiger Risikofaktor für spätere pathologischen Erkrankungen und visuelle Sehverminderungen bis zu Blindheit ist. Dazu gehören der Grüne Star (Glaukom), Makulapathie oder Netzhautablösung und dies kann jeden, nicht nur die sehr starken Myopen treffen, wenn auch das Risiko mit der Höhe signifikant steigt.

Um diese Risiken von Augenerkrankungen zu vermindern, sollten Augenspezialisten (Eyecare practioners – ECPs) versuchen, nicht nur den Sehfehler selbst zu korrigieren, sondern auch die Progression dessen zu kontrollieren. Eine strategische Implementierung in optometrische Untersuchungsräume zur Myopie Kontrolle und Management ist da schon aus ethischen Gründen vernünftig.