Freizeit, Spiele und die Myopie

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Artikel von GERO MAYER in seinem Blog auf GeroMayer.de (September 2018)

Vorwort von Pasal Blaser

Das Sehen in der Nähe. Ob Lesen, schreiben, spielen auf einem Tablet, im Nachhilfeunterricht, erlernen eines Musikinstruments oder Computerspiele, diese Nahtätigkeiten erhöhen die Anforderungen an die Augen. Zu viel davon kann zu Augenbeschwerden führen. Besonders für Kinder, deren Augen dazu neigen, in sehr nahem Abstand nicht richtig zu fokussieren und nicht optimal binokular zu funktionieren, sind anfälliger für Symptome wie Kopfschmerzen und Augenbrennen.

Einige dieser Probleme in der Nahfokussierung können, wenn sie nicht von einem Augenspezialisten erkannt und korrigiert werden, zu einer stetig zunehmenden Kurzsichtigkeit führen.

Hier geht es zum kompletten Vorwort

Nun zum Artikel von Gero Mayer


Freizeit, Spiele und die Myopie. Ein neuer Report über die Spieleindustrie in Amerika liest sich im Hinblick auf die Myopie spannend und unter einem ganz anderen Gesichtspunkt. Es ist schon erstaunlich wie stark dieser Markt wächst und wächst und wächst. Wir stellen hier den 2018 Gamer Segmentation Report von EEDAR ( Electronic Entertainment Design and Research ) vor. Und dann überlegen wir uns gemeinsam, welche Auswirkungen das auf die Entwicklung der Myopie haben könnte.

Artikel Gero Mayer
Gero Mayer ist Augenoptikermeister mit 10 Jahren Erfahrung in der Arbeit mit der Uniklinik Frankfurt am Main.
Er schreibt Artikel auf seinen Webseite geromayer.de und trockenes-auge-hilfe.de über die Themen Kontaktlinsen, trockenes Auge und Kommunikation.

Aufbau des Report

Es wurden 5.000 aktive Spieler (Alter 2+) in Amerika befragt, und wie viel sie auf welchem System spielen.
Mit System und Plattformen werden hier folgende Geräte gemeint : Mobilgeräte, PC, Konsole und Tragbare Geräte ( wie z.B. Nintendo DS ).

Der Report richtet sich vor allem an die Industrie, damit diese danach ihre Firmenpolitik ausrichten kann.

Wie viele Spieler gibt es in Amerika?

Die schiere Menge an Spieler in Amerika hat mich überrascht. Obwohl ich selber ambitionierter Spieler bin, hätte ich mit solch einem Aufkommen nicht gerechnet.

  • Es gibt 211.2 Millionen Spieler in Amerika
  • 90% spielen auf einem Smartphone/Tablet!!!
  • 59% spielen auf mehreren Plattformen
  • 52% spielen auf einem PC
  • 43% spielen auf Konsolen

Alle diese Spieler, spielen im Schnitt pro Woche 12 Stunden. Wenn sie nicht gerade spielen, schauen immerhin 90.7 Millionen Spieler zusätzlich noch Inhalte auf Youtube, Twitch oder anderen Videoplattformen.

Zusätzlich beschäftigen sich viele dieser Spieler mit dem Thema eSport.

eSport bedeutet Computerspiele auf professioneller Ebene spielen und ist vom Trainingsaufwand vergleichbar mit Leistungssport.

Wobei ich auf persönlicher Erfahrung mit dem Thema basierend, der Meinung bin, dass in Computerspiele noch mehr Zeit investiert wird um an der Spitze spielen zu können.
Wir reden hier von 8+ Stunden pro Tag.

Immerhin kennen 73 Millionen Spieler in Amerika eSport und es nehmen 11% aller Spieler an eSport teil. Das sind dann 23.2 Millionen aktive eSportler in Amerika.
Das ist eine riesengroße Masse an Menschen, die Computerspiele sehr intensiv verfolgen. Eigene Gemeinschaften innerhalb des Spiels gründen und aktiv für Turniere trainieren.

Soziale Auswirkungen

Achtung. Hinsetzen und festhalten!
Die folgende Aktivität steht vor Kino, Essen gehen, Musik hören, Sport und noch ein paar andere Sachen.
Spiele auf einem Mobilgerät spielen!

Weit abgeschlagen sind dann Bücher, Hörbücher, traditionelle Puzzle, Spiele und andere Hobbies.

Das trifft sich mit einer anderen Studie aus Deutschland, bei der 2.000 Menschen befragt wurden, was sie so in der Freizeit machen würden.
Und da kam dann raus, dass kaum noch Bücher gelesen werden. Weniger als ein Drittel um genau zu sein.

Ach und die Sozialkontakte sind auch runtergegangen.
Nur noch 27 Prozent spielen mit ihren Kindern regelmäßig. Freunde zu Hause treffen? Auch runtergegangen. Von 24 auf 17 Prozent.

Artikel Gero Mayer

Grund dafür sei aber laut der Studie nicht fehlendes Interesse. Es gibt einfach zu viele andere Reize. Welche?
Na, die neuen Medien!

3/4 der Befragten in Deutschland sind in ihrer Freizeit regelmäßig im Internet unterwegs. In einer ruhigen Minute schaut jeder zweite nur auf sein Smartphone.

Fernsehen steht übrigens seit Jahren unangefochten auf Platz Eins. Glückwunsch!

Auswirkungen auf die Augen

Es steht mittlerweile außer Frage, dass sich unsere Sehgewohnheiten dramatisch verändert haben.
Die neuen Medien zwingen die Augen in eine Haltung, die früher so nicht vorgesehen war.

Gleichzeitig verändern sie unser soziales Leben und sorgen dafür, dass wir kaum noch den Schutz unserer sicheren Höhle verlassen müssen.

Der Blick in die Ferne bleibt somit aus. Und auch das Sonnenlicht sehen wir nur noch aus den eigenen vier Wänden durchs Fenster. Wenn wir nicht gerade den Rolladen runtergezogen haben.

Gerade bei der amerikanischen Studie wurden Kinder ab zwei Jahren mit einbezogen. Das zeigt schon, dass diese Zielgruppe relevant für solch einen Report ist.

Fazit

Diese beiden Reports zeigen einfach Ergebnisse, deren Tendenz sich schon seit Jahren abgezeichnet hat.

Ich finde die Verknüpfung von Spielen, mangelnden sozialen Aktivitäten und dem Anstieg der Myopie hochinteressant.

Der eSport wird ein ernst zunehmender Faktor im weltweiten Sportbereich. Die Preisgelder liegen jetzt schon bei verschiedenen Spielen im Millionenbereich.
Des weiteren erfordert das Spielen in einem Clan ebenfalls eine hohe soziale Kompetenz. Sprach-Chats, Videokonferenzen und Live Treffen gab es schon als ich 2000-2005 extrem viel gespielt habe.

Wenn den Kindern und Jugendlichen keine ernsthaften Alternativen geboten werden, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die neuen Medien das Fernsehen vertrieben haben.
Und dann wird das auch mit der Myopie als selbstverständlich angesehen werden.

 

 

Bild:Unsplash.com jeshoots-com-655112-unsplash.jpg

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