Vorwort zu “Freizeit, Spiele und die Myopie” Artikel von GERO MAYER

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Artikel von GERO MAYER in seinem Blog auf GeroMayer.de (September 2018)

Vorwort von Pasal Blaser

Das Sehen in der Nähe. Ob Lesen, Schreiben, Spielen auf einem Tablett, Nachhilfeunterricht, Erlernen eines Musikinstruments oder Computerspiele, diese Nahtätigkeiten erhöhen die Anforderungen an die Augen. Zu viel davon kann zu Augenbeschwerden führen. Besonders für Kinder, deren Augen dazu neigen, in sehr nahem Abstand nicht richtig zu fokussieren und nicht optimal binokular zu funktionieren, sind anfälliger für Symptome wie Kopfschmerzen und Augenbrennen. Einige dieser Probleme in der Nahfokussierung können, wenn sie nicht von einem Augenspezialisten erkannt und korrigiert werden, zu einer stetig zunehmenden Kurzsichtigkeit führen.

Gleichzeitig werden unscharfe Bilder auf den peripheren Bereichen des Augenhintergrunds, der Netzhaut abgebildet. Diese unscharfe Fokussierung in der peripheren Netzhaut wird als "hyperoper Defokus" bezeichnet. In den letzten Jahren haben Forscher mittels Tierversuchen belegt, dass die Signale des hyperopen Defokus eine Zunahme der Augenlänge fördern also eine Zunahme der Kurzsichtigkeit begünstigen. Dr Marino Formenti hat in einem Vortrag aufgezeigt, dass je geringer der Abstand zu zwischen Auge und Abbildung ist ,desto grösser wird dieser hyperope Defokus an der Netzhaut. Da bekanntlich die Handys und Tablets noch näher gehalten werden als ein Buch, scheint die Entwicklung von Kurzsichtigkeit durch die immer stärkere Verwendung dieser Geräte nur logisch.
von Marino Formenti

Bild mit freundlicher Genehmigung von Dr Marino Formenti zur Verfügung gestellt.

Die Kurzsichtigkeit hat sich laut den Studien des Brian Holden Institut in den letzten beiden Jahrzehnten Weltweit von 23% auf 34%, also um gut 50% erhöht. In Zentraleuropa wird sich die Myopie von 2010 bis 2030 von 27% auf 42% und bis 2050 verdoppeln.  Das sind über 50% kurzsichtige Menschen (Quelle Aerzteblatt.de). Nordamerika zeigt ungefähr die gleichen Prognosen.
Viele Forscher fragen sich woher dieses hohe Wachstum an Kurzsichtigen kommt. Was hat sich seit der Jahrtausendwende bei uns und unseren Lebensumständen geändert, was diese "Epidemie", wie sie oft genannt wird, unterstützt haben könnte?
Adaptiert von der Studie des Brian Holden Institut

Wir wissen heute, dass die Entwicklung der Kurzsichtigkeit multifaktoriell ist. Es gibt verschiedene Gründe und Einflüsse warum wir kurzsichtiger werden. Die Genetik, Mangel an Tageslicht, die Herkunft, wo wir leben und eben auch die vermehrte Nutzung von elektronischen Geräten in der Nähe.

Sieht man sich Studien aus Deutschland über die Bildschirmmediennutzung (KiGGS Welle 1 Studie) und die Dauer, wie lange Kinder und Jugendliche heute im Vergleich zu früher online sind (Jim Studie 2016), scheint mir eine Verbindung zu dem Anstieg an Myopie naheliegend.

Adaptiert von der Studie des Brian Holden Institut

Hier geht es zum Artikel von Gero Mayer

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